Aus dem Facebook-Archiv. Zur PO-Schredderei

Wir müssen uns dann doch auch mal zur heutigen PO-Verbrennung äußern.
Die Vollversammlung hatte schon beschlossen, sich gegen die Verbrennung zu stellen und diese nicht zu unterstützen. Dies geschah ohne vorherige Rückfrage, obwohl Partei-Aktive den Antragstellern bekannt waren. So läuft das aber eben in der Politik und das ist auch okay. Schon bei der VV sagte unsere Vorsitzende, dass die Prüfungsordnungsverbrennung durch eine Prüfungsordnungsschredderei umgeändert werden würde – was u.a. an der Praktikablitiät liegt, einen Schredder schneller wegräumen zu können, als eine Feuerschüssel und die gewählten Partei-Mitglieder die anschließende StuRa-Sitzung wahrnehmen wollen.
Ferner gab es auch schon Antisemitismusvorwürfe.

Heute hat dann der Studierendenrat Geschichte heute folgende Stellungnahme veröffentlicht:

„Der Studierendenrat Geschichte findet das Bemühen der HSG der Partei die PARTEI sich in der Hochschulpolitik zu engagieren lobenswert.
Allerdings distanziert sich der Studierendenrat Geschichte vehement von der Form des geplanten Protestes.
Wir erachten es als äußerst fragwürdig, dass an einer Universität, die gerade ihre NS-Vergangenheit aufarbeitet, wieder einmal Schriften verbrannt werden sollen.
Die HSG der Partei die PARTEI, versteht sich zwar als Satire, doch greift sie immer wieder in hochschulpolitische Prozesse ein, die für viele Student_innen bedeutende Auswirkungen auf ihr Studium haben.
Wir verstehen die Hochschulpolitik als ein ernstzunehmendes Beschäftigungsfeld, welches durch die Handlungen der Professor_innen, Lehrenden und der Hochschulleitung jeden Tag ad absurdum geführt wird.
Wir empfinden diese tägliche Missachtung studentischer Interessen und Bedürfnisse als genug Realsatire, sodass keine studentische Gruppe, aus bloßer Resignation auf dieses Mittel zurückgreifen muss. Der Studierendenrat Geschichte macht es sich zur Aufgabe diese verloren Seelen wieder einzufangen.
Des weiteren rufen wir zur Zerschneidung der Prüfungsordnungen mittels Aktenvernichter auf und fordern das gewonnene Rohmaterial zu recyclen.“

Der Studierendenrat kann von der Aktion halten, was er will, dennoch muss man klar stellen, dass die Schredderei EH geplant war und die Bewerbung der Verbrennung als eben solche zur Irritation führen sollte.
Außerdem finden wir folgenden Satz seltsam:
„Die HSG der Partei die PARTEI, versteht sich zwar als Satire, doch greift sie immer wieder in hochschulpolitische Prozesse ein, die für viele Student_innen bedeutende Auswirkungen auf ihr Studium haben.“

Satire ist ein politisches Mittel, also nutzt die Partei Satire um in die Politik einzugreifen. Da hat also kein „dennoch“ in dem Satz zu stehen! Alternativ kann man den Satz natürlich auch einfach streichen.

In der Satire selbst ist, nicht nur als politsiches Mittel (wobei man auch fragen muss, ob überhaupt ein Lebensbereich unpolitisch sein kann), alles möglich. Wenn Studierende also wahre Freiheit haben möchten, sollen Sie die Satire FÜR SICH nutzen. Das, im Idealfall auftretende, erlösende Lachen kann eine befreiende Wirkung haben, die auch Historikern bekannst sein sollte: schließlich brach König Artus selbst in Lachen aus, als er den Riesen von Mont St. Michel tötete. Deshalb:
Seht das durch die Satire ausgelöste Lachen als Lachen für das Leben, gegen den Tod. Macht mit dem Lachen eure Gegner lächerlich. Gebt ihnen keinen Raum, Macht zu gewinnen und euch das Lachen zu verbieten.

Ob man über Hitler und den Nationalsozialismus lachen DARF ist eine schon ewig stattfindende Diskussion und die Partei die PARTEI hat dazu eine eindeutige Stellungnahme, die aus den Aktionen dieser hervor geht: JA, MAN DARF ÜBER HITLER LACHEN. Wir würden noch weiter gehen und sagen: MAN MUSS ÜBER HITLER LACHEN. Das widerum bedeutet nicht, dass Hitler weniger ernst genommen wird und der Nationalsozialismus auf einmal sympathisch ist. NEIN, Hitler war scheiße, der Nationalsozialismus war scheiße (und zwar in Gänze), der Nationalismus, der Faschismus, Sexismus, Homophobie, Xenophobie und co sind auch scheiße.
Nehmt diesen Mechanismen die Macht, indem ihr sie verlacht!

Bei Interesse geben wir gern weitere Literaturtips für Komiktheorien. Es gibt da auch einen erschwinglichen Reclam-Band zu.

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