Bewerbung zur Präsidentin der Uni Hannover

In diesen Tagen werden die Einladungen für die Vorstellungsgespräche für die Stelle als Präsidentin oder Präsident der Uni Hannover verschickt.

Wir hoffen auf eine quotierte Besetzung! Wir freuen uns!

Die Bewerbung könnt ihr hier lesen:

Sehr geehrte Damen und Herren der Findungskommission, 

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dres. h.c. Picot,

Sehr geehrter Herr Möllmann,

mit dem folgenden Schreiben bewerbe ich mich um die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Präsidentin der Universität Hannover.

Seien Sie bitte nicht irritiert, dass ich mich in meinen jungen Jahren schon so sehr für dieses Amt interessiere und die Kandidatur ernsthaft in Erwägung ziehe. Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können, verfüge ich über ein hohes Maß an Leidenschaft für hochschulpolitische Belange – insbesondere die der Studierendenschaft. Ich trete mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand für die Studierenden ein. Mit Ausnahme für Nazis und solche, die es werden wollen – so eine Ausnahme muss man mir aber zugestehen!

Den von Ihnen geforderten Persönlichkeitsmerkmalen entspreche ich vollkommen. So arbeite ich aktuell in einem studentischen Tagungsprojekt mit (Zeit – Raum – Identität) und decke damit mehr oder weniger die Führungsposition in der Wissenschaft ab. Mittels meiner Bachelorarbeit verfüge ich auch über einschlägige Forschungsleistungen und durch die Leitung verschiedener Tutorien verfüge ich ebenfalls über Lehrerfahrungen an der Universität. Durch meine Arbeit in der Verfassten Studierendenschaft verfüge ich über Erfahrungen in der strategischen Profilbildung von unserer Universität und ein hohes Maß an Führungskompetenz, Kooperations-, Kommunikations- und Teamfähigkeit. Da wir in unserer Hochschulgruppe mittels Konsensprinzip arbeiten, sind meine Erfahrungen und Fähigkeiten in diesem Bereich als herausragend zu bezeichnen.

Folgend möchte ich Ihnen von meinen Visionen für diese Universität berichten. Ich schätze die Marktorientierung der Uni sehr und möchte die „Unternehmenwerdung“ nachhaltig voran treiben. Dies beinhaltet für mich: Die Befristung aller Professuren auf 3 Monate. Der Einsatz von kostengünstigen Juniorprofessuren ist ebenso zu befürworten (gerade in Bereichen ohne hohes Drittmitteleinkommen – wie beispielsweise die Geisteswissenschaften) wie das Outsourcing des Reinigungspersonals und der Sicherheitskräfte (welche übrigens noch verstärkter patrouillieren sollten!).

Ein wichtiger Punkt ist für mich auch die Stellung der Universität innerhalb der Gesellschaft als Kritik übende Institution. Es gibt genug Quacksalber, die immer an allem herumkritisieren. Die Universität muss das wirklich nicht tun. Das tut nicht Not und deshalb träume ich davon, alle kritisierenden Fächer an dieser Universität abzuschaffen (das wären mindestens Sozialpsychologie, Geschichte, Sozialwissenschaften).

Zwei Themen möchte ich ebenfalls ansprechen: Drittel- (oder gar Viertel-)Parität halte ich für absolut katastrophal. Schon Churchill sagte: “the best argument against democracy is a five-minute conversation with the average voter“1 – die breite Masse ist dumm. Und diese dumme Masse sollte nicht in die Gremien der Universität kommen! Und sowieso, wieso sollten kleine dumme Studierende wissen, wie die Hochschulpolitik funktioniert (wieder ein Punkt: Transparenz? ABSCHAFFEN!)?

Der letzte Punkt sind die Prüfungen. Ich glaube an das System des Herausprüfens. Die Studierenden, die drei Prüfungschancen nutzen und dann doch durchfallen haben schon viel zu viel Geld gekostet. Und seien wir mal ehrlich – die Güter der Deutschen sind ja auch begrenzt: Es kann nicht jeder alles haben und deshalb vertrete ich die Politik einer strengen Elitenbildung und würde dafür sogar noch mehr Prüfungen einführen, als es eh schon gibt.

Falls Sie das alles noch nicht überzeugt hat, folgendes wichtiges und nicht zu ignorierendes Argument habe ich noch: mein Geschlecht. Ich bin eine Frau (ich kann das gern ärztlich nachweisen) – wenn auch nicht in allen Punkten 100% weiblich sozialisiert (rosa mag ich zum Beispiel nicht). Und wir sind uns ja alle einig, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen haben müssen.

Gestatten Sie mir noch eine letzte persönliche Bemerkung. Als ich an meinem ersten Tag an der Uni vor dem Hauptgebäude stand, wusste ich es schon: „Ich will hier rein“, und schlug gegen die Tür des Büro des Präsidenten. Sie wurde mir nicht aufgetan. Ich möchte das anders handhaben und allen Studierenden meine Tür öffnen.

Ich freue mich von Ihnen zu hören und verbleibe mit den liebsten Grüßen,

 

(Dieses Schreiben wurde maschinel erstellt und ist deshalb ohne Unterschrift gültig.)

1 quelle: 9gag.

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